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Herbstgedicht

Ende des Sommers

Der Herbst ist 

eine schlafende Katze,

die sich jetzt gähnend langsam

zu räkeln beginnt,

die Krallen ausfährt, fast zärtlich,

und sie uns ins Bewusstsein drückt

Kalte Krallen

auf noch sonnengewärmter Haut

Ein kleiner Schmerz, den man 

willkommen heißt

Es ist eine kleine Katze

unscheinbar

noch jung 

Sie sitzt im Schatten, das Fell matt

und die Augen halb geöffnet,

Schlitze, hinter denen die Ewigkeit aufblitzt

wie die Vorstellung eines langen Winters

Sie gähnt

Müdigkeit hinter spitzen Zähnen

Raubtierzähne

ungnädig wie ein Herbststurm

Wann wirst du deine Löwenmähne schütteln,

eine Mähne aus buntem Laub, knisternd und flüsternd im Wind

erwachsend

erwachend

erwacht zu dem großen 

Beginn, sie zuckt

Die Augen blitzen jetzt, wach

Trittst aus dem Schatten, das Fell

rot und leuchtend

hebst du die Tatze

und fegst den Sommer beiseite

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