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ItaLIA #6: Siena

ItaLIA #6: Rolltreppenstadt und Zebra-Dom: ein Wochenende in Siena

Dieses Wochenende ging die Reise für mich nach Siena zu meiner lieben H.  Es sollte ein Wochenende voller Kultur, Regengüsse, leckerer Pizza (was auch sonst) und Selfie-Sessions über Siena werden. 

Ich kam im Regen an und musste daher meine erste Tour durch Siena unter einem Regenschirm verbringen - aber selbst grau in grau ist Siena wirklich traumhaft schön. Ich muss zugeben, fast noch schöner als Pisa (aber nicht schöner als mein All-time-Favorite Lucca, haha!) . Vor allem gibt es wirklich weit und breit keine "Schandflecken", also Häuser oder Straßen, die nicht schön wären. Alles ist in diesem schönen alten Stein-Baustil (Wow, ich habe es echt drauf mit Architektur-Beschreibung...) gehalten und man hat das Gefühl, das italienische Lebensgefühl richtiggehend einatmen zu können. Besonders überrascht hat mich der berühmt-berüchtigte Campo, Wahrzeichen und Herzstück Sienas. Meistens stellt man sich diese berühmten Sehenswürdigkeiten ja wesentlich größer vor, als sie in Wahrheit sind. Vom schiefen Turm von Pisa sagen zum Beispiel viele, dass sie in sich deutlich größer vorgestellt hätten (kein Angriff an Pisa- ich liebe den schiefen Turm, echt!), aber in diesem Fall hätte ich mir die Piazza del Campo viel kleiner vorgestellt. Ich dachte, es wäre eben auch so eine mehr oder weniger normale Piazza, nur halt mit Turm. Aber im Ernst: Dieser Platz ist rie-sig! Und ebenfalls hügelig, was sonst. 

Siena ist eine Stadt voller Kunst, und mit H. als begeisterter Kunsthistorikerin hatte ich damit eine sachverständige Stadtführerin. Es ist wirklich cool, nicht immer nur die gängigen Touri-Informationen, sondern auch ein paar Hintergrundinformationen zu bekommen.

Den Vormittag am Samstag haben wir vorrangig mit Kaffeetrinken und einer Pilgertour, nach der ich bestätigen kann, dass Siena wirklich sehr bergig ist, verbracht.   

 

 


Nach einer Stärkung ging es dann nachmittags an mein Bildungsprogramm: Wir haben den "Complesso Museale del Duomo di Siena" besucht, sprich also Dom, Libreria Piccolomini, Taufkirche, Krypta, Museum und Aussichtsplattform "Facciatone". Für mich hat der Spaß dank Nebensaison zum Glück "nur noch" 8 Euro gekostet (in der Hauptsaison im Sommer kostet es etwa das Doppelte). H. als Studentin kommt überall umsonst rein, was ich übrigens echt unfair finde; in Pisa müssen auch wir armen Studenten für alles blechen! 

Wie auch immer, es hat sich jedenfalls durchaus gelohnt. Zuerst ein Fun Fact, wenn auch relativ grundlegend: Siena wollte den eigenen Dom ursprünglich zum größten Dom der Welt ausbauen. Aus irgendeinem Grund (ich vermute, Geld) hat das letztlich doch nicht geklappt, aber die Fassade des geplanten Anbaus, ein paar hundert Meter vom eigentlichen Dom entfernt, ist heute noch vorhanden, nur dass eben kein Gebäude dahinter ist. Heute ist es dafür eine weitere Touristenattraktion und fungiert außerdem als Aussichtsplattform. Mit dem Aufstieg auf diese haben wir unseren Dom-Trip dann auch direkt begonnen. Zum Glück hat es gerade nicht geregnet, und so konnten wir den Wahnsinns-Ausblick auf Siena und das Umland genießen und einen Haufen bescheuerter Selfies mit schönem Hintergrund schießen (das reimt sich, und was sich reimt, ist gut).

Anschließend haben wir dann den Dom besichtigt. Ich kann mich wirklich nur wundern, wie viele prunkvolle, unfassbar riesige Kirchen in der Toskana so herumstehen. Einerseits beeindruckend, aber eigentlich auch beeindruckend übertrieben, wenn man mal genauer darüber nachdenkt... Trotzdem muss ich zugeben, dass das Exemplar in Siena schön ist, denn sowohl außen als auch innen ist alles in schwarzem und weißem Marmor geschmückt. Leider kann ich, anders als H, nicht wirklich mehr dazu sagen; ich hoffe, ihr verzeiht mir das. 

Die Zeit war dann doch schon etwas weiter fortgeschritten, sodass Taufkirche und alle weiteren im Ticket enthaltenen Kirchenteile schon geschlossen hatten. Gottseidank galt das Ticket auch noch am Folgetag! Wir sind also zum besten Teil des Tages übergegangen: dem Abendessen in Form von... richtig! Pizza. Leider habe ich das wahrhafte Prachtexemplar nicht fotografiert, eine echte Schande. Aber langsam komme ich mir auch ein bisschen blöd vor beim Pizza-Fotografieren... ;-) Es war jedenfalls wieder mal genau der richtige Abschluss für einen gelungenen Tag. 

 

Am Sonntag, pünktlich zu meinem Abschied, war das Wetter dann wieder blendend und schön sonnig. Aber immerhin konnte ich Siena so noch einmal im Sonnenlicht bewundern. Wir haben schön auf italienische Art gefrühstückt, haben noch Taufkirche und Krypta besichtigt und dann... haben wir noch ein bisschen eingekauft. Bei einem Laden, den es in Deutschland meines Wissens nicht gibt, nämlich "Tezenis". Ich sage jetzt nicht, was genau wir gekauft haben, nur so viel: etwas seehr Flauschiges. 

Mittags ging es dann wieder in Richtung Pisa. Mein Umstieg in Empoli ist dank italienischer Unpünktlichkeit ein wenig rasant verlaufen, aber ansonsten war es schön durch die sonnenbeschienene toskanische Landschaft zu fahren. Und so gut es mir in Siena auch gefallen hat: Als ich in Pisa wieder ausgestiegen bin, hatte ich das gute Gefühl, nach Hause zu kommen. 

 

Jetzt mache ich aber schnell Schluss, denn ich bin sowieso schon im Verzug mit dem Berichten. So schnell kann ich gar nicht schreiben, wie hier neue Dinge passieren. 

Also bis zum nächsten Mal (bald, versprochen!) 

Lia 

Impressionen von Rolltreppen, Scamorza und... Schokolade!

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